Büroreinigung: Wie sauber ist sauber genug?

Sauberkeit hat viel mit subjektiver Wahrnehmung in der Büroreinigung zu tun. Aber wieso ist das so? Warum haben der Kunde und der Gebäudereiniger häufig unterschiedliche Ansichten über die Sauberkeit eines Objektes? Laut dem Duden definiert sich der Begriff sauber wie folgt: „frei von Schmutz, Unrat, Verunreinigungen“.

Objektiv betrachtet dürfte es demnach keine Probleme bei der Verständigung über die Sauberkeit eines Objektes geben. In der Praxis ist aber genau das oft der Fall.

Ein Beispiel aus der Praxis der Büroreinigung
Büroreinigung Glastür mit Wischspuren
Glastür: Wischspuren oben links

Wir nehmen an, die Reinigungskraft hat bei der Büroreinigung die Aufgabe täglich die Griffspuren bei einer Glastür zu entfernen. Dies führt sie auch gewissenhaft durch. Da die Reinigung allerdings abends erfolgt und kein Tageslicht mehr durch die Fenster scheint, sind die Lichtverhältnisse nicht immer optimal. An einem Abend verwendet die Reinigungskraft zu viel Reinigungsmittel, was ihr/ihm nicht auffällt. Nach der Reinigung erscheint für die Reinigungskraft die Glastür sauber. Am nächsten Morgen kommt der Kunde und ist alles andere als begeistert von der „Sauberkeit“. Auf der Glastür sind Wischspuren erkennbar. Für ihn ist die Glastür nicht gereinigt worden. Auf Nachfrage beim Objektleiter beteuert die Reinigungskraft, dass er/sie die Glastür selbstverständlich gereinigt hat. Die Arbeit wurde demnach ausgeführt, der Kunde ist aber (berechtigterweise) trotzdem nicht zufrieden. Die Verschmutzungen (Griffspuren) wurden zwar entfernt, allerdings ist die Glastür für den Kunden nicht sauber. Er wünscht eine Glastür, frei von Wischspuren. Die Reinigungskraft hat diese bei den Lichtverhältnissen aber nicht bemerkt.

Sauberkeit subjektiv vs. objektiv

Sauberkeit ist ein subjektives Empfinden. Für den einen ist ein nichttextiler Fußboden bereits nach dem Staubsaugen sauber (man nehme an, es sind keine haftenden Verschmutzungen vorhanden). Ein anderer empfindet den nichttextilen Fußboden allerdings erst nach dem Wischen als sauber. Wieder ein anderer geht noch einen Schritt weiter und setzt verstärkt Mechanik beim Wischen ein, um ein für ihn gutes Ergebnis zu erzielen. Sauberkeit klingt zunächst einfach. Ist sie aber nicht. Die optimale Sauberkeit in einem Objekt zu erreichen, ist ein täglicher Balance-Akt.
Daher ist es wichtig, dass sich der Kunde und der Gebäudereiniger vor der Zusammenarbeit darüber einig sind, was sie wollen bzw. leisten können und welche Ansprüche an die Sauberkeit bestehen. Denn eines ist sicher:
100%ige Sauberkeit in der Büroreinigung Tag für Tag zu erreichen, schafft wohl kaum ein Gebäudereiniger. Der Gebäudereiniger muss sich außerdem folgende Frage stellen: Wann hört die Unterhaltsreinigung von Büroräumen auf und wo fängt die Grundreinigung an?

Fazit

Sauberkeit gilt es vor Beginn der Zusammenarbeit genauestens zu definieren, da der Kunde, der Gebäudereiniger und die Reinigungskraft jeweils verschiedene Auffassungen von dem Begriff „sauber“ haben können. Daher eignet es sich bei der Büroreinigung Hilfsmittel einzusetzen, wie zum Beispiel ein gemeinsam abgesprochenes und möglichst detailliertes Leistungsverzeichnis. Arbeiten, die z.B. quartalsweise anfallen, sollten in einer gesonderten Liste (Ergänzung zum Leistungsverzeichnis) aufgeführt und von der Reinigungskraft nach Durchführung mit Datum und Unterschrift kenntlich gemacht werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit ein Raumbuch und ein Revierplan aufzusetzen, um dem Kunden noch mehr Transparenz zu bieten. Grundsätzlich gilt, je ausführlicher und detaillierter die Absprachen bereits zu Beginn der Zusammenarbeit getroffen und schriftlich fixiert werden, desto weniger Missverständnisse können im Laufe der Zusammenarbeit auftreten. Außerdem verfügen so der Kunde, der Gebäudereiniger und die Reinigungskraft über den gleichen Wissensstand und können bei auftretenden Schwierigkeiten auf einer gemeinsamen Basis diese klären.